Bettina Heckmann - Die Entwicklung des hannoverschen Lyzeums zum neuzeitlichen humanistischen Gymnasium

Unter dem Einfluss von Pietismus, Aufklärung und Neuhumanismus

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Über das Buch

Zum Inhalt

Wo liegen die Ursprünge des modernen Gymnasiums? Sind die klassischen Sprachen und Begriffe wie ‘Bildung‘ heute, in einer von Computern dominierten, zunehmend globalisierten und digitalisierten Welt noch relevant?

Die drei großen pädagogisch-philosophischen Bewegungen, Pietismus, Aufklärung und Neuhumanismus zeigen den in der westlichen Welt immer wiederkehrenden Versuch, neue und bessere Konzepte zu entwickeln, um den Menschen nach einem bestimmten Ideal zu formen, bzw. zu bilden?. Diese Theorien - meist in der Gelehrtenstube entwickelt - prallen jedoch in der Realität auf einen vitalen (Schul-)alltag, von dem sie nicht so ohne weiteres übernommen werden. Am Beispiel der ältesten hannoverschen Schule (13. Jh.) wird diese Entwicklung von der alten Lateinschule hin zum modernen Gymnasium mit der ständigen Auseinandersetzung zwischen Theorie und Praxis dargestellt.

Hannover ist in vielerlei Hinsicht als Modell besonders interessant:

es gibt hervorragende noch unveröffentliche Quellen (Konferenzprotokolle, Briefwechsel zwischen dem Magistrat und der Landesherrschaft) zu diesem Thema; der Autor Karl Phillipp Moritz, ein ehemaliger Schüler des Lyzeums, gibt in seinem frühen autobiographischen Roman ‘Anton Reiser‘ ein lebendiges und gleichzeitig ein authentisches Bild vom Schulalltag des Lyzeums des 18. Jh.; die hannoversche Schulreform von 1821 steht für eine neue, moderne Einstellung zur Schule: d. h. verbindliche Regeln, Strukturen, Organisation, um so den Lernprozess zu rationalisieren und weniger willkürlich zu gestalten; der während dieser Reformzeit tätige Direktor (Grotefend) selbst ist der Prototyp des modernen, wissenschaftlich orientierten Lehrers im Gegensatz zu dem bisher üblichen Pfarrer, für den die Schule nur Durchgangsstation war.

Mit der Geistesgeschichte Hannovers verbinden sich Namen wie Leibnitz, der vierzig Jahre seines Lebens hier verbrachte und Adolph Freiherr Knigge, der in ganz…

Schlagworte

Lyzeum Hannover, Königreich Hannover, August Hermann Francke, Adolph Freiherr Knigge, Lateinschule, Ratsgymnasium, Kulturgeschichte, Kurfürstentum Hannover, Pietismus, Aufklärung, Neuhumanismus, Politikgeschichte, Kulturwissenschaft

  • Autor*in
    Bettina Heckmann
  • Seiten
    422
  • Jahr
    Hamburg 2001
  • ISBN
    978-3-8300-0385-4
  • Schriftenreihe
    Schriften zur Kulturwissenschaft
  • ISSN
    1435-6589
  • Band
    41
  • Fachbereich
    Geisteswissenschaft

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