Ewald Tekülve - Von der Religionsfreiheit zum Kirchenzwang

Studien zur Geschichte der Religionsfreiheit im Jahrhundert nach der Konstantinischen Wende

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Über das Buch

Zum Inhalt

In den ersten drei nachchristlichen Jahrhunderten wurde das Christentum bedrängt, bedrückt, zuweilen verfolgt. Apologeten und Kirchenväter - voran Justin der Märtyrer, Tertullian, Laktanz - setzten sich energisch für Religionsfreiheit ein. Und sie hatten Erfolg. Im Februar 313 vereinbarten die beiden Kaiser Konstantin und Licinius in der Mailänder Konvention, in ihren jeweiligen Reichsteilen die Religionsfreiheit einzuführen. Der Text der von Licinius im Osten des römischen Reiches erlassenen Rechtsakte ist überliefert. Hier wird wohl zum ersten Mal in einem rechtlich relevanten Dokument der Begriff der Religionsfreiheit verwendet. Etwa hundert Jahre später: Das Christentum, dem Konstantin die Funktion einer neuen Leitreligion im römischen Imperium zugedacht hatte, war wegen fortgesetzter dogmatischer Streitigkeiten zerrissen und gespalten. Der Kirche gelang es auf zahlreichen Synoden nicht, die Einheit wiederherzustellen. Für die Kaiser war die religiöse Eintracht schon zur Wahrung des inneren Friedens ein dringendes Erfordernis. Sie setzten daher zunehmend staatliche Zwangsmittel ein, um dem Einheitspostulat auch von Staats wegen Geltung zu verschaffen. Gegen Ende des 4. Jahrhunderts suchte Kaiser Theodosius, die katholische Kirche als Staatskirche zu etablieren. Nach und nach wurde auch ein besonderes Ketzerrecht geschaffen, das - wie die Sammlung im Codex Theodosius belegt - nicht nur einen beträchtlichen Umfang aufwies, sondern in seinen Instrumenten immer mehr verfeinert und verschärft wurde. Ein besonderes Mittel wurde diesem Rechtssystem auf Empfehlung Augustins eingefügt: der auf Lukas 14,23 gestützte, gegen Schismatiker und Häretiker ausgeübte Zwang, in die katholische Kirche einzutreten.

Ein legislatives Repressionssystem wurde auch gegen die Heiden aufgebaut. Konstantin hatte lediglich bestimmte Riten verboten, die als anstößig galten. Aber mit der Zeit wurden die Maßnahmen gegen die Heiden rigoroser. Zu einem völligen Verbot…

Schlagworte

Theologie, Kirchengeschichte, Mailänder Vereinbarung, Donatisten, Arianer, Konzil von Nicaea, Konstantius II, Athanasius, Repression

  • Autor*in
    Ewald Tekülve
  • Seiten
    670
  • Jahr
    Hamburg 2010
  • ISBN
    978-3-8300-5045-2
  • Schriftenreihe
    Studien zur Kirchengeschichte
  • ISSN
    1611-0277
  • Band
    11
  • Fachbereich
    Geisteswissenschaft

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