Andreas Heyer (Hrsg.) - Wolfgang Harichs politische Philosophie

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Über das Buch

Rezension

„[...] Die informative und anregende Publikation trägt dazu bei, sich mit der in der DDR formierenden intellektuellen sozialistischen Opposition gründlicher zu befassen.“

– Kurt Schneider in: Leipzigs Neue, 9. März 2013

Zum Inhalt

Dieser Band setzt sich mit der politischen Philosophie Wolfgang Harichs auseinander. Damit wird ein wichtiges Kapitel seines Denkens und Handelns erstmals direkt und aus mehreren Perspektiven beleuchtet. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass Harich eine umfassende und mehrere Ebenen durchdringende politische Philosophie formulierte. Eine Aufgabe, die ihn Zeit seines Lebens beschäftigte.

Wolfgang Harich begann als Theaterkritiker und Journalist im Berlin der Nachkriegszeit und stieg innerhalb kürzester Zeit zu einem der bedeutendsten Philosophen der jungen DDR auf, wovon die Freundschaften zu Georg Lukács und Ernst Bloch ebenso zeugen wie seine wichtige Rolle im Aufbau-Verlag und als Chefredakteur der „Deutschen Zeitschrift für Philosophie“. 1956 wurde er wegen „Bildung einer konterrevolutionären Gruppe“ von der SED verhaftet und zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Freilassung verfasste er mehrere Monographien und zahlreiche Aufsätze, in denen er sein früheres Anliegen fortsetzte: Die Weiterentwicklung des Marxismus zu einer tragfähigen Philosophie. Als erster Marxist der DDR äußerte er sich zur ökologischen Frage. Nach dem Ende der DDR war er dann einer der maßgeblichen Initiatoren einer wertneutralen Aufarbeitung der Geschichte.

In dem Band kommen die wichtigsten Harich-Interpreten der letzten Jahre zu Wort, um dessen philosophisches und politisches Wirken zu würdigen. Alexander Amberger thematisiert Harichs Rolle in der Opposition der DDR und vergleicht dessen Werk vor allem mit den entsprechenden Konzepten von Rudolf Bahro und Robert Havemann. Siegfried Prokop widmet sich in seinem Beitrag der Rolle Harichs in und nach der Wende von 1989/90. Dabei geht er vor allem auf dessen Vorstellungen zur deutschen Einheit ein. Andreas Heyer untersucht die Debatte zwischen Harich und Fritz Erpenbeck um das Theater und die Kunstauffassung Bertolt Brechts, die die frühe DDR-Philosophie prägte. Zudem verfasste er eine…

Schlagworte

DDR, Philosophie, Alternative Enquête-Kommission, DDR-Opposition, Bertolt Brecht, Wende, 1989, Wolfgang Harich, SED

  • Autor*in
    Andreas Heyer (Hrsg.)
  • Seiten
    90
  • Jahr
    Hamburg 2012
  • ISBN
    978-3-8300-6749-8
  • Schriftenreihe
    Utopie und Alternative (Hrsg.: Dr. Andreas Heyer)
  • ISSN
    1860-8957
  • Band
    5
  • Fachbereich
    Sozialwissenschaft

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