Stefan Steck - Neue Ostpolitik – Wahrnehmung und Deutung in der DDR und den USA (1961–1974)

Zur Symbolik eines politischen Begriffs

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Über das Buch

Zum Inhalt

Mit der Wahl Willy Brandts zum Kanzler begann 1969 für die Bundesrepublik eine neue Ära. Seine Ostverträge gelten heute als Meilenstein der Entspannung und wichtige Wegbereiter der späteren deutschen Einheit. Zugleich haben sich an der Neuen Ostpolitik seit ihrem Beginn zahlreiche politische und wissenschaftliche Debatten entzündet. Noch immer erscheinen regelmäßig Studien, die sich mit einzelnen Aspekten der sozial-liberalen Maßnahmen auseinandersetzen. Die Mehrzahl dieser Arbeiten bewegt sich dabei methodisch im Rahmen klassischer diplomatie- und politikgeschichtlicher Ansätze.

Das Buch ergänzt die Sichtweise bisheriger Untersuchungen um die kulturelle Perspektive. Es versteht Ostpolitik im Sinne des erweiterten Politikbegriffs der Kulturgeschichte als Symbol – eine Herangehensweise, die so in der Geschichte der Außenpolitik bislang kaum anzutreffen ist. Darüber hinaus betritt die zeithistorische Studie in einer weiteren Hinsicht Neuland. Erstmals wird die Wahrnehmung der Ostpolitik in der DDR und den USA direkt verglichen. Die Analyse macht nicht an ideologischen Grenzen halt, sondern sucht nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden in den handlungsleitenden Motiven innerhalb der konkurrierenden Blöcke.

Sowohl in der DDR als auch in den USA lehnten die jeweiligen Machthaber – Walter Ulbricht und das Politbüro einerseits, der republikanische Präsident Richard Nixon und sein Sicherheitsberater Henry Kissinger andererseits – die Annäherungsversuche der Neuen Ostpolitik zunächst ab. Was auf den ersten Blick wie eine rational begründete, politisch-strategisch motivierte Reaktion erscheint, entpuppt sich bei Berücksichtigung kultureller Aspekte als eine Handlung, die auf althergebrachten, traditionellen Wahrnehmungsmustern des jeweiligen Systems beruhte. Seit Beginn der 1960er Jahre waren dabei mehrere Deutungslinien erkennbar. So wirkten sich die Selbstbilder der beiden Länder und ihre eigene Rolle ebenso auf die Wahrnehmung der ostpolitischen…

Schlagworte

Ostpolitik, Ost-West-Konflikt, Kalter Krieg, Détente, Transatlantische Beziehungen, Symbolik, DDR, USA, Bundesrepublik Deutschland, Willy Brandt, Henry Kissinger, Walter Ulbricht, Internationale Geschichte, Zeitgeschichte, Kulturgeschichte

  • Autor*in
    Stefan Steck
  • Seiten
    438
  • Jahr
    Hamburg 2012
  • ISBN
    978-3-8300-6478-7
  • Schriftenreihe
    Studien zur Zeitgeschichte
  • ISSN
    1435-6635
  • Band
    85
  • Fachbereich
    Geisteswissenschaft

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