Márton Tamás Gémes - „Wenn kleine Welten zerbrechen“: José J. Veigas Ciclo Sombrio

Erkenntnis, Perspektive, Macht und Phantastik

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Über das Buch

Zum Inhalt

Wenn kleine Welten zerbrechen: José J. Veigas Ciclo Sombrio beschäftigt sich mit zwei Fragenkomplexen: jenem um die Möglichkeit einer modernen Phantastik in der Postmoderne, und jenem um die spezifisch brasilianische Aneignung und Verortung dieser modernen Phantastik in den Texten José J. Veigas.

Im ersten Teil werden die klassischen Theorien (Todorov, Vax, Caillois und Jackson), wie auch aktuelle Theorien der Phantastik (u.a. Wünsch, Durst, Broß, Kreutzer und Lachmann) kritisch durchleuchtet. Unter Rückgriff auf das Konzept der realitätssystemischen Unsicherheit wird versucht, eine neue Arbeitsgrundlage für die Diskussion phantastischer Texte außerhalb der von Todorov beschriebenen klassischen europäischen Phantastik des 19. Jahrhunderts zu erarbeiten. Durch die Aufgabe der ontologischen Zweiteilung der fiktiven Welt zugunsten eines freieren Spieles mit dem Möglichen / Unmöglichen entsteht die Möglichkeit, Texte des Modernismus und der Postmoderne, wie auch solche, die auf anderen kulturellen Diskursen basieren, als phantastische Texte zu verstehen.

Im zweiten Teil wird anhand der zwischen 1959 und 1982 entstandenen Texte des brasilianischen Autors José J. Veiga diskutiert, wie eine solche moderne (brasilianische) Phantastik entsteht. Durch die Einschränkung der Perspektive auf die Einwohner des brasilianischen Hinterlandes, des sertão, werden dem Leser kleine Welten angeboten, die bezüglich der Außenwelt durch Unwissenheit charakterisiert sind. Im Zuge des Einbruchs der Moderne und der Industrialisierung werden nun diese kleinen Welten mit dem ihnen Unbekannten und Fremden konfrontiert. Dieses Fremde wirkt aber, aufgrund der Unwissenheit der Gemeinschaft des sertão phantastisch, da es das aus ihrer Perspektive unmögliche bzw. unerwartete darstellt. Aus der Konfrontation zwischen der traditionellen Weltsicht des sertão und der Moderne entsteht aber ein Konflikt, an dem…

Schlagworte

Phantastik, Erzählperspektive, Brasilien, Sertao, José J. Veiga, Lusitanistik, Postmoderne, Modernismus, Literaturwissenschaft

  • Autor*in
    Márton Tamás Gémes
  • Seiten
    398
  • Jahr
    Hamburg 2008
  • ISBN
    978-3-8300-4017-0
  • Schriftenreihe
    Studien zur portugiesischsprachigen Welt – Schriftenreihe des Portugiesisch-Brasilianischen Instituts und des Zentrums Portugiesischsprachige Welt der Universität zu Köln (Hrsg.: Prof. Dr. Claudius Armbruster)
  • ISSN
    1867-3333
  • Band
    1
  • Fachbereich
    Geisteswissenschaft

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